SPD Kressbronn

 

Geschichte

Die Zeit vor 1946

Bekanntlich existiert die Gemeinde Kressbronn erst seit der Zwangsvereinigung von Hemigkofen und Nonnenbach im Jahr 1934. Aber aus Dokumenten und Zeitungsberichten erfahren wir, dass es in den beiden ursprünglichen Orten auch schon politische Aktivitäten gab. Uns interessiert hier natürlich besonders die Entwicklung der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung. In einer Gegend, die traditionell katholisch - konservativ genannt werden kann, bedurfte es schon erheblichen politischen und ökonomischen Drucks, um sozialdemokratisch denken zu lernen. Es waren wohl die Auspendler der Friedrichshafener Rüstungsbetriebe und die Arbeiter der Bodan - Werft, die nach dem Zusammenbruch der Monarchie ab 1919 Versammlungen der damaligen MSPD (Mehrheits - SPD, im Gegensatz zur U.S.P. = unabhängige SPD) in den Gasthäusern Lamm bzw. Engel einberiefen. Zur Gründung eines Sozialdemokratischen Vereins für die beiden Gemeinden kam es nicht, wohl aber fanden die hiesigen Arbeiter ab 1919 im Allgemeinen Arbeiterverein ein Betätigungsfeld. Auch stellten sie Kandidaten zu den Gemeinderatswahlen auf. In Nonnenbach wurde 1919 Carl Ott, 1928 Paul Weese ins Gremium gewählt. Beide waren als Sozialdemokraten "identifiziert"! Eine Möglichkeit zu politischem Handeln über den kommunalen Raum hinaus erhielten die Anhänger der Sozialdemokratie in Hemigkofen und Nonnenbach ab 1931 mit der Gründung eines Ortsvereins des "Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold", einem republikanischem Schutzverband ehemaliger Frontkämpfer, der im südlichen Oberland nahezu ausschließlich aus Sozialdemkraten bestand. Während Hemigkofen eher eine Zentrumsdomäne war, kann Nonnenbach durchaus als eine (relative) Sozialdemokratische Hochburg bezeichnet werden. Insbesondere die Aktivitäten des Reichsbanners angesichts der aufkommenden faschistischen Bedrohung waren für einen Ort dieser Größenordnung bemerkenswert. Über das Verbot des Reichsbanners und die Amtsenthebung der Gemeinderäte der Arbeiterschaft unter der nationalsozialistischen Zwangsherrschaft liegen keine Unterlagen vor.

 

Neues aus Berlin

Foto: Martin Schulz sitzt in seinem Büro und diskutiert

 

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